Die Puschen meiner Oma

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Es ist seltsam, wie wir im Leben Dinge für selbstverständlich halten. Wenn wir jedoch ein wenig nachdenken, erkennen wir, wie glücklich wir sind, ein kleines Ritual zu haben, das wir seit unserer Kindheit kennen. Während der Winter uns in den letzten Tagen zu Hause gefangen hält, denke ich oft an meine Großmutter und ihre guten Ratschläge. Jeden Winter hörte ich von ihr: "Kind, zieh deine Puschen an, damit deine Füße nicht kalt werden. Alles beginnt doch bei den Füßen."

Ja, ich bin eine der Glücklichen, die die Gelegenheit hatten, mit der eigenen Großmutter aufzuwachsen. Sie hat mich auf allen Ebenen verwöhnt. Während ich nun heute in einer warmen Wohnung ohne Aufforderung meine Puschen anziehe, erinnere ich mich oft an meine Großmutter, die sie von Hand für mich gemacht hat. Als ich klein war und meine Großmutter auf dem Land lebte, hatte sie mehrere Schafe. Neben Milch bekam sie auch Wolle von ihnen. Ich erinnere mich, dass meine Großmutter ihre Schafe mit Hilfe eines Nachbarn geschoren hat, und ich habe jedes Mal geweint, weil ich davon überzeugt war, dass die Schafe bei dieser Gelegenheit leiden würden. Es war sinnlos mir zu erklären, dass dies nicht der Fall war. Außerdem erinnere ich mich auch an die Szenen, als meine Großmutter die entstandene Wolle wusch, trocknete und kämmte.

Aus der Wolle strickten meine Großmutter, meine Schwester, meine Cousine und meine Cousins Puschen. Damals wusste ich ehrlich gesagt nicht, welchen Wert diese "Hausschuhe" hatten und wieviel Mühe darauf verwendet wurde, sie herzustellen. Tatsächlich hatte ich das große Glück, mit einer Frau aufzuwachsen, der nie etwas zu schwierig für ihre Kinder oder Enkelkinder war. Noch heute, wenn wir in Omas Haus kommen, stehen warme Puschen bereit; noch bevor wir unsere Jacken ausziehen können und Oma hat auch immer schon den Kaffee aufgesetzt, wenn wir kommen, weil "die Kinder eine lange Reise hinter sich haben." Ich kann nie verstehen, wie sie jedes Mal auf die Ankunft plötzlicher Besucher vorbereitet ist und immer einen Kuchen oder Donuts bereithält.

Und sie setzt uns auch immer die gleichen Worte vor: "Hier habt ihr einen kleinen Kuchen / Donut zum Knabbern". Natürlich muss ich nicht einmal sagen, dass diese Donuts oder dieser Kuchen die besten sind, die ich je in meinem Leben gegessen habe. Wenn Sie in der Lika oder Bosnien und Herzegowina Wollpuschen sehen, gönnen Sie sie sich. Denn sie sind sicherlich in die Geschichte einer Familie eingebunden, einer Großmutter, die sie liebevoll gestrickt hat.

Und wir alle, die das Glück haben, eine Großmutter zu haben, die zu jeder Tageszeit Puschen strickt und einen Kuchen backt, müssen dieses Familienvermögen am Leben erhalten.

*Die Ansichten oder Meinungen des Autors spiegeln nicht unbedingt die Ansichten von CogitoLab wider.